Veranstaltung "Trauer unter der Haut"

Birkungen, 7. April 2026 | Wenn Worte fehlen, finden Gefühle oft andere Wege – manchmal direkt auf der Haut. Das hope – Ambulante Hospiz- und Palliativzentrum Eichsfeld bringt die eindrucksvolle Wanderausstellung „Trauertattoo – Unsere Haut als Gefühlslandschaft“ von Katrin Hartig und Stefanie Oeft-Geffarth in die Region.

Auf 22 Displays erzählt die Ausstellung berührende Geschichten von Menschen, die ihre Trauer in Tätowierungen ausdrücken. Die Motive sind mehr als nur Kunstwerke: Sie sind Erinnerung, Verarbeitung und oft ein sichtbarer Schritt zurück ins Leben.

„Ein Tattoo ist häufig weit mehr als Tinte unter der Haut – es wird zu einem Anker im Alltag“, erklärt Constance Hunold, Leitung der Hospizdienste. „Für viele Menschen ist das Tätowieren ein transformatives Ritual: Es macht inneren Schmerz sichtbar, schafft einen bleibenden Ort für den Verlust und kann helfen, die eigene Identität nach einem Schicksalsschlag neu zu gestalten. Mit dieser Veranstaltung öffnen wir bewusst Räume für Gespräche, die sonst oft unausgesprochen bleiben.“

Die Veranstaltung richtet sich sowohl an Fachkräfte aus Pflege, Hospizarbeit und Bestattungskultur als auch an Tätowierende, Trauernde und die interessierte Öffentlichkeit.

Begleitend zur Ausstellung lädt das hope-Zentrum zu einem besonderen Aktionstag ein, der Kunst, Handwerk und Trauerarbeit miteinander verbindet:

Highlights der Veranstaltung

Live-Tätowieren

von 14:00 bis 19:00 Uhr

Das renommierte regionale Studio Bonnie & Clyde Tattoo Arts Worbis mit internationalem Team, bestehend aus drei erfahrenen Artisten aus Deutschland, Portugal und der Ukraine, wird vor Ort sein. Besucherinnen und Besucher können den Entstehungsprozess von Erinnerungstätowierungen live erleben und sich über Symbolik und Gestaltung von Trauermotiven austauschen. „Besonders dankbar sind wir über die großzügige Charity-Aktion des Studios.“, so Leandra Conradi, Koordinatorin. Speziell für diesen Tag bietet Bonnie & Clyde Tattoo Arts Worbis Tätowierungen (Größe ca. 10 bis 15 cm) zum Sonderpreis von 99 Euro an. Von jedem dieser Tattoos fließen 30 Prozent des Erlöses direkt an unsere ambulanten Hospizdienste. Die Vergabe der Termine erfolgt nach dem Prinzip „First come, first served“ direkt vor Ort.

Sarggespräche

In einem geschützten Rahmen laden die Trauerbegleitenden zu offenen Gesprächen über Tod, Sterben und das Weiterleben ein. Die bewusst gewählte Umgebung schafft Raum für ehrliche Gedanken – jenseits gesellschaftlicher Tabus.

Prodiumsgespräch

17:30 Uhr

Unter dem Titel „Der Körper als Erinnerungsort – zwischen Ritual, Identität und Trauerarbeit“ sprechen geladene Gäste aus Tätowier- und Bestattungswesen, Palliativ- und Trauerarbeit und Trauernde über persönliche Erfahrungen und neue Formen der Erinnerungskultur. Erörtert wird, welche Rolle Körperkunst heute im Umgang mit Verlust spielt.

Veranstaltungsdetails

Datum: 22. April 2026

Uhrzeit: 12:00 bis 20:00 Uhr

Ort: Lindenhalle Niederorschel, Schützenstraße 11c, 37355 Niederorschel

Hinweis: Barrierefreier Zugang und Parkmöglichkeiten vorhanden

Eintritt: kostenfrei – Spenden für die Hospizarbeit sind willkommen

Mit dieser Veranstaltung setzt das hope-Zentrum ein Zeichen für einen offenen, zeitgemäßen Umgang mit Trauer – sichtbar, individuell und mitten im Leben.