Die Kunst des Da-Seins - Warum Schweigen oft mehr tröstet als jedes Wort

Warum fällt es uns in einer Welt, die ununterbrochen redet, antwortet und bewertet, eigentlich so schwer, einfach mal still zuzuhören?

Wenn das Leben zu Ende geht oder tiefe Krisen einbrechen, überschütten wir Betroffene oft mit gut gemeinten Ratschlägen, weil wir die eigene Hilflosigkeit und das Schweigen kaum ertragen.

Gestern, am 18. Juli, war “Welt-Zuhör-Tag”. In unserer täglichen Begleitung mit den uns anvertrauten Familien erfahren wir immer wieder: Die heilsamste Zuwendung ist nicht der kluge Rat, sondern das verlässliche Mitaushalten des Schmerzes.

Echtes Zuhören in der Hospiz- und Palliativarbeit bedeutet vor allem die entstehenden Pausen im Gespräch gemeinsam auszuhalten und bewusst auf Ratschläge zu verzichten, die sich für Betroffene oft eher wie ein Schlag anfühlen.

Wir müssen nicht sofort eine Lösung parat haben. Diese Entlastung ermöglicht uns, mit den Augen zu hören, indem wir achtsam auf das Atemtempo, die Mimik oder eine leise Träne unseres Gegenübers achten.

 

Zuhören ist das tiefste Geschenk an einen Menschen, der seinen Weg nicht mehr alleine gehen kann.

✍️ Welche Erfahrung hast du gemacht – wie fühlt es sich für dich an, wenn dir einfach nur aufmerksam zugehört wird?